Der häufigste Fehler: zu früh zu viel
Gründer fragen meistens zuerst nach dem Preis. Die nützlichere Frage ist, was in der aktuellen Phase gebraucht wird. Denn der typische Fehler bei einer Website für Startups ist nicht eine zu kleine Seite, sondern eine zu große: zehn Unterseiten für ein Produkt, das es noch nicht gibt, ein Blog ohne Artikel, ein Team-Bereich mit zwei Personen. Sechs Monate später hat sich das Produkt verändert – und die Seite wird weggeworfen.
Die erste Website eines Startups hat eine einzige Aufgabe: Sie soll erklären, was Sie bauen, und den nächsten Schritt möglich machen. Alles andere bindet Zeit, die ins Produkt gehört.
Eine gute Startup-Website ist am Anfang klein. Sie muss nur so gebaut sein, dass sie später wachsen kann, ohne neu gebaut zu werden.
Sechs Dinge, die jede Startup-Website braucht
Diese sechs Punkte prüfen wir bei jeder Website für Startups, bevor sie online geht. Sie gelten für die Warteliste vor dem Launch genauso wie für die Produktseite nach der ersten Finanzierung.
1. In zehn Sekunden verständlich
Wer auf die Seite kommt, muss sofort sehen: Was bauen Sie, für wen, und was ist der nächste Schritt? Kunden, Bewerber und Investoren lesen dieselbe Startseite. Ein guter Test: Zeigen Sie die Startseite jemandem, der Ihr Produkt nicht kennt, zehn Sekunden lang. Kann die Person danach in einem Satz sagen, was Sie machen? Wenn nicht, ist die Überschrift zu allgemein.
Typische Ursache sind Formulierungen, die auf jedes Startup passen – „Wir revolutionieren“, „die Plattform für“. Besser ist ein konkreter Satz mit Zielgruppe und Ergebnis.
2. Ein klarer nächster Schritt
Warteliste, Demo-Termin oder Beta-Anmeldung: eine Aktion pro Seite statt fünf. Wer gleichzeitig Newsletter, Kontaktformular, Demo, Social-Media-Links und Karriereseite anbietet, verteilt die Aufmerksamkeit auf alles und bekommt von nichts genug. Wichtig ist auch, was nach dem Klick passiert: Jede Anmeldung sollte dort landen, wo Ihr Team sie sieht – nicht in einem Postfach, das niemand liest.
3. Schnell auf dem Telefon
Viele schauen sich ein Startup zuerst unterwegs an: nach einem Messegespräch, über einen geteilten Link, zwischen zwei Terminen. Eine Seite, die dort träge lädt oder verrutscht, kostet den ersten Eindruck. Prüfen Sie Ihre Seite deshalb nicht nur am Rechner, sondern auf einem echten Telefon – und messen Sie die Ladezeit, zum Beispiel mit PageSpeed Insights von Google.
4. Sichtbar in Google, ChatGPT & Co.
Gefunden wird, wer eine saubere Struktur hat: eine klare Überschriften-Ordnung, strukturierte Daten und eigene Seiten für die Begriffe, nach denen Ihre Kunden suchen. Das lässt sich von Anfang an einbauen, nachträglich ist es deutlich mühsamer. Auch Antwortmaschinen wie ChatGPT greifen auf Seiten zu, die sie lesen dürfen und verstehen – ob das bei Ihnen der Fall ist, steht in der robots.txt Ihrer Seite.
5. Rechtlich sauber ab Tag eins
Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Einwilligung und lokal eingebundene Schriften gehören auf jede geschäftliche Website in Deutschland – auch auf eine Warteliste. Gerade vor einer Finanzierungsrunde schaut jemand genau hin. Was auf einer Website konkret Pflicht ist, steht in unserer DSGVO-Checkliste für Websites; warum Schriften lokal liegen sollten, im Artikel zu Google Fonts.
6. Mitwachsen statt neu bauen
Team, Jobs, Presse, weitere Sprachen: Neue Bereiche sollten dazukommen können, ohne dass die Basis angefasst wird. Das entscheidet sich bei der Technik, nicht beim Design. Wer heute eine Seite baut, die an einem Baukasten-Tarif oder an einem Dutzend Plugins hängt, baut sie oft beim nächsten Wachstumsschritt neu. Die Abwägung beschreiben wir im Artikel Baukasten oder eigener Code.
Welche Seite Sie in welcher Phase brauchen
Was auf die Website gehört, hängt weniger von der Branche ab als von der Phase, in der Ihr Startup steht:
| Phase | Was die Seite leisten muss | Was dazugehört |
|---|---|---|
| Vor dem Launch | Erklären, was kommt, und Adressen einsammeln | Eine Seite, Warteliste oder Beta-Anmeldung, Presseanfragen |
| Nach der ersten Finanzierung | Kunden, Bewerber und Investoren gleichzeitig überzeugen | Produkt in zehn Sekunden verständlich, Team mit echten Namen, Jobs, belegte Zahlen |
| Wenn es skaliert | Abläufe tragen, die von Hand nicht mehr gehen | Anfragen, Onboarding und Rechnungen hinter der Seite automatisiert |
Für die meisten Gründer heißt das: Am Anfang reicht eine gute Landingpage. Wichtig ist nur, dass diese erste Seite so gebaut ist, dass sie später mitwachsen kann.
Was vor einem Investorengespräch fehlt
Drei Dinge fehlen auf Startup-Websites besonders oft, wenn ein Investorengespräch ansteht:
- Das Produkt ist nicht in zehn Sekunden verständlich. Die Seite beschreibt eine Vision statt dessen, was es heute gibt.
- Das Team ist unsichtbar. Echte Namen und Gesichter schaffen Vertrauen, Stockfotos nicht.
- Die Seite funktioniert am Telefon nicht. Angeschaut wird sie oft unterwegs, kurz vor oder nach dem Termin.
Dazu kommen Rechtstexte und eine saubere Datenschutzerklärung, weil in der Prüfung jemand danach schaut. Und die Seite sollte nicht aussehen wie ein aufgeklapptes Pitchdeck: Sie spricht zuerst Kunden an, nicht Investoren.
Was nicht auf die erste Website gehört
- Ein Blog, für den niemand Zeit hat. Drei Artikel aus dem Gründungsmonat wirken schlechter als keiner.
- Funktionen, die es im Produkt noch nicht gibt.
- Mehrere gleichwertige Aktionen nebeneinander.
- Eine Technik, die jemand aus Ihrem Team jede Woche aktuell halten muss.
Fazit: klein starten, richtig bauen
Eine Website für Startups muss am Anfang nicht viel können. Sie muss in zehn Sekunden verständlich sein, einen nächsten Schritt anbieten, auf dem Telefon schnell laden, gefunden werden, rechtlich stimmen – und so gebaut sein, dass sie den nächsten Wachstumsschritt übersteht.
Sie wollen wissen, was Ihre Seite in Ihrer Phase braucht? In einem kostenlosen Kennenlerngespräch (20 Minuten, per Video-Call) sagen wir Ihnen ehrlich, ob unser Paket passt. Alles zum Paket für Gründer steht auf der Seite Webdesign für Startups.