Warum die Frage „Was kostet eine Website?“ so schwer zu beantworten ist
Wenn Sie einen Maler fragen, was ein Anstrich kostet, sagt er: „Kommt auf die Fläche an.“ Bei Websites ist es ähnlich — nur komplizierter. Denn neben dem Umfang spielen auch Technik, Design, Wartung und rechtliche Anforderungen eine Rolle.
Das Problem: Viele Anbieter nennen nur den Einstiegspreis. Die laufenden Kosten, die Wartung und die versteckten Abhängigkeiten erfahren Sie erst später. Deshalb vergleichen wir hier alle vier gängigen Wege — mit realistischen Gesamtkosten über drei Jahre.
Weg 1: Website-Baukasten (Wix, Jimdo, Squarespace)
Was Sie bekommen
Ein Baukastensystem mit vorgefertigten Vorlagen. Sie wählen ein Design, füllen Texte ein, veröffentlichen. Keine Programmierkenntnisse nötig.
Kosten
- Einrichtung: 0–500 Euro (Eigenleistung oder Freelancer)
- Monatliche Gebühr: 15–45 Euro
- Domain: oft im Paket enthalten
- 3-Jahres-Kosten: 540–2.100 Euro
Vorteile
Günstig, schnell online, kein technisches Wissen nötig.
Nachteile
Sie besitzen Ihre Website nicht. Wenn Sie den Anbieter wechseln, fangen Sie bei null an. Die Designs sind begrenzt — Ihre Website sieht aus wie tausend andere. Und: Viele Baukastensysteme laden extern gehostete Schriften, Tracking-Pixel und Drittanbieter-Scripts — ein DSGVO-Risiko das Sie oft nicht einmal bemerken.
Weg 2: WordPress mit Theme
Was Sie bekommen
Ein Content-Management-System mit einem gekauften Theme und Plugins für zusätzliche Funktionen. Die beliebteste Lösung weltweit.
Kosten
- Theme: 30–100 Euro (einmalig)
- Einrichtung durch Freelancer: 800–3.000 Euro
- Einrichtung durch Agentur: 3.000–8.000 Euro
- Hosting: 10–30 Euro pro Monat
- Premium-Plugins: 100–400 Euro pro Jahr
- Wartung (Updates, Backups, Sicherheit): 50–150 Euro pro Monat
- 3-Jahres-Kosten (mit Agentur): 6.000–16.000 Euro
Vorteile
Flexibel, viele Erweiterungen, große Community, Sie können Inhalte selbst pflegen.
Nachteile
Sicherheitsrisiko durch Plugins (siehe unser Artikel zu WordPress Sicherheit). Regelmäßige Wartung zwingend nötig. Performance oft schlecht — durchschnittliche WordPress-Seiten laden 3 bis 5 Sekunden. Und: Die versteckten Kosten summieren sich schnell.
Weg 3: Agentur mit individuellem Design
Was Sie bekommen
Eine Agentur entwickelt ein individuelles Design und setzt es auf WordPress, einem anderen CMS oder einem eigenen System um. Oft mit umfangreicher Beratung, SEO-Optimierung und Schulung.
Kosten
- Konzept und Design: 2.000–8.000 Euro
- Umsetzung: 5.000–25.000 Euro
- Laufende Betreuung: 200–800 Euro pro Monat
- 3-Jahres-Kosten: 14.000–60.000 Euro
Vorteile
Professionelles Ergebnis, individuelle Beratung, alles aus einer Hand.
Nachteile
Hohe Einstiegskosten. Lange Projektlaufzeiten (oft 3 bis 6 Monate). Abhängigkeit von der Agentur — wenn Sie wechseln wollen, wird es teuer. Und: Viele Agenturen bauen unter der Haube mit WordPress — Sie zahlen Premium-Preise für ein System mit den gleichen Problemen.
Weg 4: Custom Code (individuell programmiert)
Was Sie bekommen
Eine maßgeschneiderte Website, individuell programmiert, ohne CMS-Überbau. Nur der Code den Ihre Website braucht — nichts mehr.
Kosten
- Konzept und Design: 1.000–4.000 Euro
- Entwicklung: 2.000–8.000 Euro
- Hosting: 0–20 Euro pro Monat (oft kostenlos auf Vercel oder Netlify)
- Wartung: minimal, da keine Plugins oder CMS-Updates nötig
- 3-Jahres-Kosten: 3.000–13.000 Euro
Vorteile
Schnellste Ladezeiten (unter 1 Sekunde), maximale Sicherheit, keine Plugin-Abhängigkeiten, niedrige laufende Kosten, DSGVO-konform by Design.
Nachteile
Sie brauchen einen Entwickler für Änderungen an der Struktur. Für reine Textanpassungen gibt es einfache Lösungen — aber ein Redaktionssystem wie WordPress ist es nicht.
Die versteckten Kosten, die niemand erwähnt
Egal welchen Weg Sie wählen — rechnen Sie diese Posten mit ein:
- DSGVO-Anpassungen: Cookie-Banner, Datenschutzerklärung, Auftragsverarbeitungsverträge. Wenn das nicht von Anfang an sauber gemacht wird, zahlen Sie später doppelt
- SSL-Zertifikat: Heute Standard, aber bei manchen Hostern kostet es extra (5–15 Euro pro Monat)
- E-Mail-Adressen: Professionelle E-Mail-Adressen (@ihrname.de) kosten 1–5 Euro pro Postfach pro Monat
- Stockfotos: Gute Bilder kosten 10–30 Euro pro Stück. Für eine Website brauchen Sie mindestens 5 bis 10
- Texterstellung: Wenn Sie die Texte nicht selbst schreiben, kalkulieren Sie 500–2.000 Euro für professionelles Copywriting
- SEO-Grundoptimierung: Ohne Suchmaschinenoptimierung findet niemand Ihre Website. Basisoptimierung kostet 500–1.500 Euro
Worauf Sie bei Angeboten achten sollten
Wenn Sie Angebote vergleichen, stellen Sie diese Fragen:
- Was ist im Preis enthalten? Design, Texte, Bilder, SEO, DSGVO, Schulung?
- Was kostet die Wartung? Monatlich, jährlich, was ist abgedeckt?
- Wem gehört die Website? Bekommen Sie den Quellcode? Können Sie den Anbieter wechseln?
- Wie schnell lädt die Seite? Lassen Sie sich einen Google PageSpeed-Score zusichern
- Ist die Website DSGVO-konform? Nicht „grundsätzlich“ — sondern konkret: lokale Fonts, Cookie-Consent, Auftragsverarbeitungsverträge
- Was passiert nach 2 Jahren? Gibt es Vertragsbindungen? Was kostet ein Relaunch?
Die billigste Website ist selten die günstigste. Rechnen Sie immer die Gesamtkosten über drei Jahre — inklusive Wartung, Hosting und versteckter Abhängigkeiten.
Fazit: Was brauchen Sie wirklich?
Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen — Handwerker, Berater, Dienstleister, Praxen — ist eine individuell entwickelte Website die wirtschaftlichste Lösung auf drei bis fünf Jahre gerechnet. Sie ist schneller, sicherer und günstiger im Betrieb als WordPress mit Agentur-Wartungsvertrag.
Baukästen eignen sich für den allerersten Start — aber nicht für ein Unternehmen das professionell auftreten will. Und große Agenturen lohnen sich vor allem dann, wenn Sie ein komplexes Projekt mit vielen Beteiligten haben.
Sie möchten wissen, welcher Weg für Ihr Unternehmen der richtige ist? In einem kostenlosen Erstgespräch analysieren wir Ihre Situation und geben Ihnen eine ehrliche Einschätzung — unabhängig davon ob Sie mit uns zusammenarbeiten.